Wissenschaftliche Arbeiten sollten präzise und gut verständlich sein. Doch oft erschweren komplizierte Satzstrukturen und unnötig komplexer Fachjargon das Lesen und Verstehen. In diesem Beitrag erfährst du, wie du deine wissenschaftlichen Texte klar und verständlich schreibst – ohne an wissenschaftlicher Qualität einzubüßen.
1. Warum ist Verständlichkeit im wissenschaftlichen Schreiben wichtig?
Ein gut verständlicher wissenschaftlicher Text vermittelt Informationen klar und präzise. Komplexe Formulierungen, lange Schachtelsätze und übermäßiger Fachjargon können jedoch das Verständnis erschweren und den Lesefluss stören.
Vorteile klarer wissenschaftlicher Texte:
- Die Argumentation wird nachvollziehbarer (siehe auch: Präzise Argumentation: So überzeugst du in deiner wissenschaftlichen Arbeit).
- Die Kernaussagen sind schneller verständlich.
- Der Text wird angenehmer zu lesen.
- Prüfende erkennen die Qualität deiner Argumente sofort.
2. Fachbegriffe bewusst und gezielt einsetzen
Fachbegriffe sind im wissenschaftlichen Schreiben notwendig, sollten aber sparsam und gezielt eingesetzt werden. Definiere zentrale Begriffe klar und vermeide unnötige Fremdwörter.
Tipps für den Umgang mit Fachbegriffen:
- Prüfe, ob der Begriff wirklich notwendig ist oder durch eine einfachere Formulierung ersetzt werden kann.
- Definiere zentrale Begriffe beim ersten Auftreten.
- Verwende Synonyme oder Erklärungen, falls ein Begriff essenziell, aber potenziell unverständlich ist.
(Siehe auch: Wissenschaftlich schreiben lernen: Praktische Tipps für Einsteiger)
3. Nominalstil vermeiden – aktive Verben nutzen
Der Nominalstil macht Texte unnötig kompliziert. Ein übermäßiger Gebrauch von Substantiven statt Verben führt zu schwer verständlichen Sätzen.
Beispiel:
❌ Die Durchführung der Untersuchung erfolgte durch die Studierenden. ✔️ Die Studierenden führten die Untersuchung durch.
(Siehe auch: Schreibblockaden überwinden: Strategien für produktives Schreiben)
4. Kurze, klare Sätze formulieren
Lange Schachtelsätze können Leser:innen schnell überfordern. Stattdessen sollten kurze, präzise Sätze bevorzugt werden.
Beispiel:
❌ Aufgrund der Tatsache, dass die Ergebnisse der Untersuchung nicht eindeutig interpretierbar waren, musste eine erneute Analyse durchgeführt werden. ✔️ Da die Ergebnisse unklar waren, wurde eine neue Analyse durchgeführt.
(Siehe auch: Der perfekte Einstieg in die Einleitung: Wie man Leser fesselt)
5. Füllwörter und unnötige Phrasen streichen
Füllwörter blähen den Text unnötig auf, ohne zur inhaltlichen Klarheit beizutragen. Verzichte auf überflüssige Wörter und Phrasen.
Beispiel:
❌ Es kann festgehalten werden, dass die Ergebnisse insgesamt betrachtet eine positive Tendenz zeigen. ✔️ Die Ergebnisse zeigen eine positive Tendenz.
(Siehe auch: So erstellst du das perfekte Literaturverzeichnis: Tipps und Tricks)
6. Aktiver statt passiver Stil
Der passive Stil macht Texte unpersönlich und schwerfällig. Aktive Formulierungen sind direkter und verständlicher.
Beispiel:
❌ Die Hypothese wurde durch die Forscher überprüft. ✔️ Die Forscher überprüften die Hypothese.
(Siehe auch: Vom Rohentwurf zur fertigen Arbeit: Die Schritte des Schreibprozesses)
Fazit: Verständliches wissenschaftliches Schreiben ist kein Widerspruch
Klare, präzise Sprache macht wissenschaftliche Texte leichter verständlich, ohne an akademischer Qualität zu verlieren. Achte auf aktive Formulierungen, kurze Sätze und gezielt eingesetzte Fachbegriffe – so wird dein Text leserfreundlicher und überzeugender.